• Die Herzöge von Teck hatten ganz oder doch zum Teil die Ortsherrschaft über Zazenhausen inne. Diese waren ein altes württembergisches Geschlecht, das mittlerweile erloschen ist, und dessen Wappen ein Bestandteil des württembergischen Wappens ist.

    Am 13. Mai 1274 beurkundeten die Brüder Konrad und Ludwig Herzöge von Teck den Verkauf eines hiesigen Hofes an das Esslinger Katharinenspital.
    Obwohl ein Zazenhäuser Ortsadel nicht nachzuweisen ist, scheint nicht ausgeschlossen, dass es ihn gegeben hat.
    Aber sehr lange vermochte das zunehmend verarmende Hochadelsgeschlecht der Herzöge von Teck ihre ortsherrschaftlichen Rechte nicht zu behaupten. Ende des 14. Jahrh. verkauften sie das Zazenhäuser Land.

    < Zurück
  • Adelsgeschlecht der Frauenberger

    Im Jahr 1075 wird Feuerbach erstmals als geschlossenes Dorf unter dem Namen "Biberbach" urkundlich genannt.

    Im 14. Jahrhundert lag die Ortsherrschaft über Feuerbach bei dem Adelsgeschlecht der Frauenberger, das 1392 einen Teil seiner Anteile am Dorf Feuerbach an Graf Eberhard den Milden von Württemberg verkaufte. Von ca. 1400 bis 1414 herrschten diese auch über Zazenhausen. Dann veräußerten sie die Herrschaft um 328 Gulden an Wolf von Stammheim.

    1481 erwarben die Grafen von Württemberg den restlichen Feuerbacher Besitz der Frauenberger einschließlich der Hälfte von Botnang. Die neue Dorfordnung aus dem Jahre 1494 enthielt bereits den Ortsnamen "Fürbach" für die Weinbaugemeinde, aus dem sich dann der heutige Ortsname "Feuerbach" entwickelte.


    Stadtwappen von 1907

    Der Biber erklärt sich dadurch, dass Feuerbach 1075 erstmals unter dem Namen "Biberbach" erwähnt wurde. Das Zahnrad schafft den Bezug zur Gegenwart - es ist ein Symbol für den Industriestandort Feuerbach. Das Schild selbst zeigt sich geteilt wie das ehemalige Wappen der Herren von Frauenberg. Das älteste bekannte Siegel von Feuerbach datiert von 1720 und zeigt ein Feuer unter einer Krone.

    < Zurück

  • Die Herren von Stammheim, ein Adelsgeschlecht aus Berg bei Cannstatt, waren württembergische Lehensleute, die dem württembergischen Grafen zu Hofdiensten und Kriegshilfe verpflichtet waren. Dafür waren ihnen, gleichsam als Besoldung, Gefälle oder Güter erblich verliehen.

    Wenn sich das Lehen nur in männlicher Linie vererben konnte, hieß es "Mannlehen", im anderen Fall "Kunkellehen". Der Lehensmann überließ das Lehen häufig einem Bauern zur Bebauung, welcher daraus zinste (Zinslehen).

    Somit kann angenommen werden, dass das Lehen "Zatzenhausen" zu jener Zeit von einem unbekannt gebliebenen Leibeigenen bewirtschaftet wurde.


    Stammheimer Wappen von 1930

    Es zeigt einen abgesägten Baumstamm unter einem Hufeisen. Die Bedeutung des Hufeisens ist nicht bekannt; es könnte ein Symbol für Landwirtschaft oder Glück sein. Die Farben des Wappens wurden 1934 offiziell festgelegt.

    Die erste unumstrittene schriftliche Erwähnung derer von Stammheim stammt vom 20. Juni 1192. Die in Gmünd ausgestellte Urkunde Kaiser Heinrichs VI. bestätigt die Verleihung einer Mühle zu Münster am Neckar an Dietrich von Stammheim. Als Folge des Verfalls des Geschlechts der Grafen von Tübingen kam der Glemsgau, zu dem Stammheim gehörte, im Jahre 1308 durch Kauf an Graf Eberhard von Württemberg. Für seine Verdienste wurde Konrad II. von Stammheim mit "halb Burg und Dorf Stammheim, einem Hof zu Hegnach und Weinbergen und Gütern zu Fellbach belohnt". Viele Familienmitglieder derer von Stammheim waren im Kriegshandwerk als Offiziere vertreten, andere hatten hohe Stellungen inne. Einen "bunten Vogel" gab es um 1230: einen Minnesänger! Ein Lied von ihm ist in der Manessischen Liederhandschrift (Universitätsbibliothek Heidelberg) aufgezeichnet. 1588 starb das Geschlecht der Ritter von Stammheim aus.

    Der letzte Namensträger Hans Wolf von Stammheim ließ 1579-1581 anstelle seiner alten, um etwa 1100 erbauten Wasserburg, ein neues Schloss errichten. Baumeister des dreiflügligen, nach Osten geöffneten Gebäudes, mit einem Wendeltreppenturm im Hof, war Heinrich Schickhardt (1558-1634) - dessen Erstlingswerk.


    Das Stammheimer Schloss ist nach dem alten Schloss
    (Stuttgart-Zentrum) das älteste in der Stadt Stuttgart.

    < Zurück

  • Graf Ludwig I. von Württemberg (1412 - 1450)

    Der älteste Sohn Graf Eberhards IV. und Henriettes von Mömpelgard wurde bereits im Alter von sieben Jahren mit der wenige Monate alten Mechthild, Tochter Pfalzgraf Ludwigs III., verlobt. Am 21. Oktober 1436 fand in Stuttgart die Hochzeit statt. Mit 14 Jahren bestieg er den Grafenthron.

    Nachdem unter Ludwig und seinem jüngeren Bruder Ulrich die Grafschaft Württemberg 1442 aufgeteilt worden war, wählte sich Ludwig Urach als Residenz.

    Zu seinen größten kulturellen Leistungen gehört der Ausbau zur Residenzstadt. Vor allem der Baubeginn des Uracher Neuen Schlosses, die Erweiterung des Tiergartens und die Gründung der Kartause Güterstein zählen zu den Verdiensten Ludwigs.

    Er betrieb eine Politik der Einigung mit Fürsten, Rittern und Städten und genoss sowohl beim Kaiser als auch bei den Habsburgern und Pfälzern hohes Ansehen. Nach seinem frühen Pesttod wurde Ludwig 1450 in der Kartause Güterstein begraben.

    Württemberger Wappen

    < Zurück

  • Erbvertrag zu Lehen an Schertel von Burtenbach

    1541 heiratete Hans von Stammheim Ursula Schertel von Burtenbach, die Tochter des ug. berühmten Sebastian Schertel von Burtenbach, welcher bestrebt war, seine Familie wieder in der alten Heimat bodenständig zu machen.

    Mit seinem Schwiegersohn Hans von Stammheim kam er vertraglich überein, dass bei einem Aussterben derer von Stammheim deren Güterkomplexe
    - unter anderem auch Zazenhausen - an die Schertel fallen sollten. Weiterhin sicherte er sich die Zustimmung des Lehensherrn Herzog Christoph von Württemberg zu. Der Erbfall trat bereits 1588 mit dem Tod des in einem unguten Ruf stehenden Hans Wolf von Stammheim ein.

    Sebastian Schertlin von Burtenbach, Landsknechtsführer
    * 12.2.1496 in Schorndorf, + 18.11.1577 in Burtenbach (bei Augsburg)

    Er war eigentlich für die geistliche oder akademische Laufbahn bestimmt, wurde aber einer der größten militärischen Führer seiner Zeit. 1496 in die Schorn-dorfer Oberschicht hineingeboren (sein Vater war Richter und Bürgermeister) absolvierte er die hiesige Lateinschule, studierte in Tübingen und wurde mit 20 Jahren zum Magister promoviert. Nach kurzer Tätig-keit als bischöflicher Schreiber in Konstanz schlug er jedoch die militärische Laufbahn ein. Schon 1518 nahm er an seinem ersten Feldzug gegen Franz von Sickingen teil. 1519 begleitete er seinen berühmten Lehrmeister Georg von Frundsberg bei der Eroberung seiner Heimatstadt Schorndorf. In der Folgezeit war er an fast allen wichtigen kriegerischen Auseinandersetzungen in Europa beteiligt, so 1525 bei der Schlacht von Pavia und dem Bauernkrieg, 1527 bei der Plünderung Roms (Sacco di Roma), 1532 in Österreich beim Kampf gegen die Türken, wobei er den Ritterschlag erhielt. 1534 wurde er für seine Verdienste von Kaiser Karl V. in den reichsunmittelbaren Adelsstand erhoben.

    Schertlin von Burtenbach war nicht nur ein kühler Stratege, sondern auch ein tapferer Draufgänger, der seine Soldaten persönlich in die Schlacht führte.

    Überdies war er auch Geschäftsmann, denn an ihm als Landsknechtführer lag es, seine Truppen auszurüsten und aus eigener Tasche zu bezahlen. Wie zu seiner Zeit üblich wurde er selbst durch den jeweiligen Kriegsherrn entlohnt und konnte sich am Vermögen der Besiegten schadlos halten. Der Gewinn war hoch; allerdings auch das Risiko, an Leib und Leben Schaden zu nehmen, schließlich konnte damals selbst eine einfache Verwundung zum Tod führen.

    Dass Schertlin von Burtenbach seine Kriegstaten eher geschäftsmäßig sah, zeigen seine ausführlichen Aufzeichnungen, in denen bei jedem Feldzug seine Ausgaben und Einnahmen fein säuberlich aufgezeichnet sind. Er machte aber auch kein Geheimnis daraus, wie er zu seinem Reichtum kam. Zur Plünderung Roms schrieb er: "Am 6. Mai haben wir Rom im Sturm erobert, ungefähr 6000 Mann darin totgeschlagen und die ganze Stadt geplündert ... Wurden wir alle reich". Dass er sich aber auch der Schattenseiten des Landsknechtslebens bewusst war, beweist sein Wahlspruch "Dulce bellum inexperto", frei übersetzt: "Schön ist der Krieg nur für den, der ihn nicht kennt"!

    1530 übersiedelte er mit seiner Familie von Schorndorf in die Stadt Augsburg, in deren Dienste er nun trat. Bald darauf erwarb er das Schloss Burtenbach und nannte sich von nun an Schertlin von Burtenbach. Im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 als Kommandeur der gesamten Infanterie der oberdeutschen Städte eingesetzt, führte er seine Truppen zwar überlegen, konnte aber den Sieg der Kaiserlichen nicht verhindern. Kaiser Karl V. verhängte die Reichsacht über ihn, Schertlin musste nach Frankreich fliehen. 1553 wurde er wieder in Gnaden aufgenommen, zum Hauptmann der Stadt Augsburg und 1559 Kaiserlicher Rat ernannt. Seinen Lebensabend verbrachte er zunächst in Burtenbach, dann in Augsburg, wo er 1577 starb.

    < Zurück
  • Herzöge von Württemberg

Herzog Karl Alexander von Württemberg-Winnental (regiert 1733-1737)
Geboren am 24. Januar 1684 als ältester Sohn Friedrich Karls von Württemberg-Winnental, des ehemaligen Administrators des Herzogtums und Vormunds Eberhard Ludwigs. Die Mutter Eleonore Juliane stammt aus dem Hause Brandenburg-Ansbach.
Im Jahre 1727 heiratet Prinz Carl Alexander von Württemberg-Winnental Maria Augusta von Thurn und Taxis. 1733 wird Carl Alexander nach dem Tod des Herzogs Eberhard Ludwig dessen legitimer Nachfolger. Er verlegt 1734 den Hof wieder zurück nach Stuttgart. Seinen großen Geldbedarf sollte vor allem sein "Finanzminister" Süß-Oppenheimer befriedigen.

Am 12. März 1737, am Abend vor seiner Abreise nach Danzig, stirbt Carl Alexander völlig unerwartet in Ludwigsburg. Süß-Oppenheimer wird verhaftet und später in einem dubiosen Prozess zu grausamem Tod verurteilt und öffentlich hingerichtet. Auf ihn hatte sich alle Kritik und aller Hass des Volkes und der Stände konzentriert.

Herzog Karl Rudolf von Württemberg-Neuenstadt (regiert 1737-1738)
Geboren am 29.05.1667 als jüngster Sohn des Herzogs Friedrich von Württemberg-Neuenstadt und Klara Augusta von Braunschweig. Obwohl den Künsten und Wissenschaften eifrig zugetan, wird er Soldat.

Bis 1716 kämpft Karl Rudolf als Oberst auf verschiedenen europäischen Kriegsplätzen.

Ab dem 13.3.1737 übernahm er, da Herzog Karl Alexander plötzlich verstorben war, als nächster Anverwandter die Regierung in Stuttgart. Er wird vormundschaftlicher Regent (Administrator) des Herzogtums Württemberg.

→ 1737 erwarb Herzog Karl Rudolf das Rittergut Zazenhausen für das württembergische Herzogshaus.

Im August 1738 übergibt er die Regierungsgeschäfte an Herzog Karl Friedrich. Er stirbt, unverheiratet und kinderlos geblieben, im November 1742 in Neuenstadt am Kocher.

Herzog Karl Friedrich von Württemberg-Oels (regiert 1738-1744)
Geboren am 17.02.1690 als Sohn des Christian Ulrich I. zu Bernstadt, übernahm er 1707 die Regierung des schlesischen Fürstentums Oels. Heiratete Juliane Sibylle Charlotte von Württemberg-Weiltingen.

Er wird 1738 vormundschaftlicher Regent (Administrator) des Herzogtums Württemberg und setzte einen deutlichen Trennungsstrich unter die mit Korruption und Günstlingswirtschaft durchsetzte Zeit seiner Vorgänger. Die Zügel der Regierung nahm er fester in die Hand als sein Vorgänger Karl Rudolf und prägte das Bild, der Herzog sei die letzte Instanz und eigentliche Autorität.

Karl Friedrich stellte sich nicht auf die Seite der Österreicher und schloss 1741 sogar einen Neutralitätsvertrag mit Frankreich. Er war ein Verehrer des Preußenkönigs, daher auch die Erziehung der Erbprinzen Carl Eugen und seiner Brüder am Hofe Friedrich des Großen. Karl Friedrich starb im Dezember 1761 in Oels/Schlesien.

Herzog Karl Eugen von Württemberg (regiert 1744-1793)
Geboren am 11.2.1728 in Brüssel, wurde er katholisch erzogen am Hofe Friedrichs II. in Potsdam. Karl Eugen legte 1746 den Grundstein zum Stuttgarter neuen Schloss.

Bis etwa 1770 ist er ein überwiegend tyrannischer absolutistischer Herrscher (Opponenten werden ins Gefängnis verbracht) und ein großer Bauherr (Schloß Solitude, Neues Schloss in Stuttgart, Schloss Hohenheim, Schloß Monrepos bei Ludwigsburg).

Nach 1770, vermutlich auch unter dem Einfluss der heute noch verehrten Franziska von Hohenheim, ist Karl Eugen auch ein fürsorglicher Landesvater. Eines seiner Lieblingsprojekte ist die Gründung der Hohen Karlsschule zur Bildung von militärischem und anderem Nachwuchs. Friedrich Schiller ist einer ihrer prominentesten Schüler.

Karl Eugen starb am 11.2.1793 in Stuttgart-Hohenheim.

< Zurück

  • Kloster Lorch
    Auf dem Liebfrauenberg über der Rems, am Ostrand der Stadt Lorch, erhebt sich das ehemalige Benediktinerkloster St. Peter und Paul. Das Kloster wurde als Familien- und Hauskloster der Staufer im Jahre 1102 von Friedrich von Staufen, Herzog der Schwaben und Franken, gestiftet. Herzog Friedrich von Schwaben, seine Frau Agnes und seine Söhne schenkten das bereits bestehende Kloster Lorch dem Papst in Rom. Es war einst der geistliche Mittelpunkt dieses bedeutenden süddeutschen Adelsgeschlechts in seinem Kerngebiet. Das Kloster diente anfangs auch als Grablege der Staufer. Mit der Orientierung der Stauferdynastie nach Italien verlor Kloster Lorch seine Funktion als Grablege. Eine Klosterreform durch die Kongregation des Klosters Melk brachte einen neuen Aufschwung, der jedoch im Bauernkrieg 1525 ein jähes Ende fand.

    Das Klosteranwesen ist seit der Reformation Teil des altwürttembergischen Kirchengutes. 1806 wurde das Kloster säkularisiert. Bis zur Klosteraufhebung lebten und arbeiteten Benediktinermönche in der geschichtsträchtigen Klosteranlage, von der noch die romanische Klosterkirche, Teile des Kreuzgangs, die Prälatur und verschiedene Wirtschaftsgebäude erhalten sind. Mehrere Jahrhunderte (seit 1727) diente es als Sitz staatlicher Stellen. Im Jahre 1947 wurde ein Altersheim des Hilfswerkes der Evangelischen Kirche in Württemberg für Flüchtlinge im Klosterbereich eröffnet. Im Jahre 1952 übernahm die Evangelische Heimstiftung Stuttgart als Träger das Altenheim.


    Im Jahre 2002 feierte das Kloster Lorch sein 900-jähriges Jubiläum.

    Kloster Lorch
    www.kloster-lorch.com

    Stadt Lorch
    www.stadt-lorch.de

    < Zurück
  • Kloster Bebenhausen
    Mitten im Schönbuch liegt in reizvoller Landschaft das einstige Zisterzienserkloster Bebenhausen, das vermutlich um 1183/84 von Pfalzgraf Rudolph von Tübingen gegründet wurde. Seine Blütezeit erlebte das Kloster im 13. bis 15. Jahrhundert, es gehörte zu den reichsten des Landes Württemberg. Später wurde es als evangelische Klosterschule und als Jagdschloss für die württembergischen Könige genutzt.
    In den Jahren 1947 bis 1952 diente es als Sitz des Landtags von Württemberg-Hohenzollern. Kloster und Schloss werden jährlich von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern erkundet.

    Kloster und Schloss Bebenhausen
    www.kloster-bebenhausen.de

    Stadt Bebenhausen
    www.bebenhausen.de

    < Zurück

  • Esslinger Pfarrkirche
    Bei der Esslinger Pfarrkirche kann es sich nur um die heutige evangelische Stadtkirche St. Dionysius handeln. Hier hat Esslingens Geschichte ihren Anfang genommen. Die Kirche birgt in ihrem Kern noch bauliche Überreste aus dem Jahre 777. Die Cella stellte sich schon in der ersten Hälfte der 8. Jahrhunderts als eine einschiffige Saalkirche mit eingezogenem Rechteckchor dar.

    Im Laufe des 13. und 14. Jahrhunderts wurde die heutige Kirche erbaut. Das Turmpaar (1213–1310) wurde wegen früherer Senkungen um 1600 durch eine Brücke verbunden und durch starke Strebepfeiler gesichert; die heutige Verbindungsbrücke zwischen beiden Türmen stammt allerdings aus dem Jahre 1859.

    Esslingen im Mittelalter
    Das Grabungsmuseum unter der Stadtkirche St. Dionysius
    home.bawue.de/~wmwerner/essling/

    Stadt Esslingen
    www.esslingen.de

    < Zurück

  • St. Klara-Kloster Esslingen
    Beim St. Klara-Kloster Esslingen handelt es sich um das Klarissenkloster in der Obertorvorstadt, das wohl noch im 13. Jh. errichtet wurde. Ein Teil des Konvents wurde zum Altersheim umgebaut, die Kirche ist verschwunden, Teile der Umfassungsmauer und des Zugangs von der Obertorstraße stehen noch.

    Vielen Dank an Hartmut Schäfer, Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (LDA)

    Esslingen im Mittelalter
    Das Grabungsmuseum unter der Stadtkirche St. Dionysius
    home.bawue.de/~wmwerner/essling/

    Stadt Esslingen
    www.esslingen.de

    < Zurück

  • Kloster St. Peter und Paul
    Auf einem Plateau über dem Flusslauf der Nagold waren 1082 bis 1091 das größte deutsche Kloster St. Peter und Paul und der größte romanische Kirchenbau Deutschlands entstanden. Im Mittelpunkt eine dreischiffige, fast 100 Meter lange Basilika mit zwei Westtürmen, die um 1120 fertiggestellt wurden.


    Das Kloster wurde 1556 im Zuge der Reformation in eine evangelische Klosterschule umgewandelt, ehe im Dreißigjährigen Krieg noch einmal katholische Mönche in das Schwarzwaldtal zurückkehrten. Zuvor hatten Württembergs Herzöge im Klosterareal 1586-1592 ein prächtiges dreiflügeliges Renaissance-Schloss errichten lassen, das heute z.B. in Form des Ostflügels als romantische Ruine zu sehen ist. Grund für den Schlossbau waren die Jagdmöglichkeiten in der Umgebung und die nahen Bäder (Bad Liebenzell, Bad Teinach, Wildbad).


    Die Riesenkirche des Klosters wurde allerdings von französischen Truppen unter General Mélac im Pfälzischen Erbfolgekrieg am 20. September 1692 in Brand gesteckt. Die Klosterschule und das Schloss wurden geplündert und ebenfalls in Brand gesteckt. Erhalten blieben ihre brandgeschwärzten, hoch aufragenden Umfassungsmauern und vor allem das Wahrzeichen des Ortes, der 37 Meter hohe sog. Eulenturm aus rotem Buntsandstein, den ein rätselhafter romanischer Fries schmückt. Als Ruine zurückblieb auch der gotische Kreuzgang, heute Schauplatz der Klosterspiele, während die Marienkapelle (1516), nun evangelische Ortskirche, die Zerstörungen überstand.
    Die Einheimischen allerdings benutzten das Areal nun als Steinbruch. Erst ein Dekret des württembergischen Königs Friedrich machte 1808 dem Raubbau ein Ende.

    Calw - Stadtteil Hirsau
    www.calw.de

    < Zurück
  • Die alte Mühle
    Uralt ist die Zazenhäuser Mühle in den Mühlwiesen; sie wird bereits 1356 erwähnt. Ein Problem für sie bildete der unzureichende Wasserzufluss. Dieser ging zum Teil auf das Konto der Landwirte, die seit dem Mittelalter ihre am Feuerbach und seinen Zubringerbächen gelegenen Wiesen bewässerten. Dadurch nahmen sie dem Müller aber einen Teil des für seinen Gewerbebetrieb dringend benötigten Wassers weg. Schließlich wurden zum Ende des 15. Jahrhunderts bestimmte Regelungen zur Bachbenutzung zwischen Müller und Bauern getroffen.

    1759 besaß die Mühle zwei Mahlgänge und einen Gerbgang. Im Mühlgebäude befanden sich eine Behausung sowie eine Scheuer. Außerdem gehörten zu ihr ein weiteres Wohngebäude, ein Keller, ein Backofen, sowie Pferde-, Rinder- und Schweineställe. Die Mühle galt als zinsbarer Eigenbesitz, unterstand also nicht wie die anderen Ländereien und Gehöfte einer Grundherrschaft. Nicht nur Zazenhäuser Bauern, auch Einwohner von Kornwestheim, Stammheim, Zuffenhausen usw. zählten zu ihren Kunden.


    Am 17.10.1966 wurde sie kurzfristig abgebrochen
    um Platz für den neuen Kindergarten zu schaffen.
    Von Johannes Krehl 1770 umgebaut.

    < Zurück
  • Johannes von Zazenhausen

    Geboren in Zazenhausen, gestorben um 1380 und in der Mainzer Mauritiuskirche begraben.
    Zuerst Mitglied des Mainzer Franziskanerklosters St. Moritz, dann von 1361 bis 1376 Weihbischof in Trier. Dort schreibt er auf Bitten des Mainzer Erzbischofs Gerlach von Nassau (1346–1371) das Passionstraktat. Diese deutschsprachige Passio schildert die Leidensgeschichte Jesu und beginnt nach einem lateinischen Prolog mit dem Dienstag der Karwoche.

    < Zurück

  • Einführung der Reformation
    Reformation nannte sich die durch M. Luther, H. Zwingli und J. Calvin hervorgerufene Bewegung zur Erneuerung der Kirche, die zur Entstehung neuer, vom Papsttum unabhängiger Kirchen führte.
    Gründe für die Reformationsbewegung:
    • die geistesgeschichtlichen Spannungen des Spätmittelalters
    • die in der Renaissance beginnende historische Kritik auch an Einrichtungen der Kirche
    • die durch die Erfindung der Buchdruckerkunst allgemein zugänglich gemachten Schriften der Bibel
    • das Streben der Fürsten und weltlichen Machthaber, das landesherrliche Kirchenregiment weiter auszubauen
    • die inneren Schäden der Kirche
    • der Autoritätsverlust, den das Papsttum durch das große Schisma erlitten hatte
    • die weltliche Haltung vieler Päpste und Bischöfe
    • das auch die Laienwelt erfassende Streben nach religiöser Verinnerlichung (Devotio moderna)

Die schwelende Unzufriedenheit wurde durch das Auftreten Luthers im Ablassstreit und die schnelle Verbreitung seiner großen Programmschriften zu einer hellen Flamme entfacht. Die Verhängung der Reichsacht über Luther und das Wormser Edikt 1521 vermochten die Bewegung nicht mehr einzudämmen, da der Großteil der weltlichen Machthaber, teils auch aus politischen Gründen, Luther unterstützte. Vor allem aber wurde eine echte Volksbewegung zum Träger lutherischer Gedanken. Luthers Theologie wurde von zahlreichen Predigern in Deutschland verbreitet, der Gottesdienst wurde umgestaltet, neue Formen des Gemeindelebens entwickelt. [...]
Trotz der Unterschiede innerhalb der reformatorischen Bewegung des 16. Jahrhunderts gab es ein einheitliches Anliegen. Alle Reformatoren hoben die Bedeutung der Hl. Schrift als die grundlegende Offenbarungsurkunde hervor, alle betonten die Souveränität Gottes im Zusammenhang mit der Lehre von Gnade und Rechtfertigung, alle aktivierten das Bewusstsein vom allgemeinen Priestertum der Gläubigen und der christlichen Verantwortung für die Welt.

Quelle: Auszugsweise dem Online-Geschichtslexikon bei www.wissen.de entnommen.

< Zurück