• 1902–1904: Altes Eisenbahnviadukt wird zweigleisig ausgebaut

    In den Jahren 1902 bis 1904 wurde auf dem alten Viadukt ein zweites Gleis verlegt:





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  • Zazenhäuser Wappen

    Goldenes Schildhaupt mit einer schwarzen Hirschstange. Darunter in Schwarz drei bewurzelte Ähren, überdeckt durch eine silberne Handwaage. Die Hirschstange deutet auf die Zugehörigkeit zu Württemberg hin.


    Nach der Gemeindechronik nahm Zazenhausen im Jahr 1916 ein Wappen an, das "drei aufrechtstehende Ähren, durchschnitten von einer Schnellwaage" als Hinweis auf die damals noch vorherrschende Landwirtschaft und den Marktverkehr zur Stadt enthielt. Von einer Farbenfestlegung ist leider nichts überliefert. Dem Wappen werden die Stadtfarben (Gold/Schwarz) zugrunde gelegt.


    Prächtiges Fassadenwappen in der Ortsmitte – 2003

    Das Wappen ist als amtliches Bildkennzeichen mit der Eingemeindung am 1. Mai 1933 erloschen.

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  • 1928 Turnverein erweiterte die Turnhalle durch eine Bühne und ein Wirtschaftsgebäude





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  • 1933: Eingemeindung nach Stuttgart


    Hier den Eingemeindungs-Vertrag als PDF lesen.

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  • 1933: Kanalisierung des Feuerbaches



    Beginn der Arbeiten 1933


    Flutung des neuen Kanals (im Hintergrund Zazenhausen, bachabwärts liegt Mühlhausen)


    Links die Strasse 'Himmelsleiter', im Hintergrund das alte Viadukt


    Brücke in der Spitalhofstrasse

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  • 1945 Kriegsende in Stuttgart

    Augenzeugen berichteten: "Brandbomben fielen auf Kirche und Schulhausbühne. Das Ziel sollte wahrscheinlich das Viadukt sein. Das Löschen - durch den Sicherheitsdienst, die Hitlerjugend und die verbliebenen Frauen - ging mit Eimern vor sich. Sie wurden im Feuerbach gefüllt und in einer Eimer- und Menschenkette zum Feuer weitergereicht. Es ging natürlich nur, wenn der Brandherd nahe beim Feuerbach war. Manchmal nahm man auch mangels Wasser nur Gülle (Odel) zum Löschen..."


    Kindergarten in der Bilihildstr. nach Luftmineneinschlag im Febr. 1944

    Gebaut wurde der Kindergarten nach dem Alter der Bäume geschätzt ca. 1935, das heißt nach der Eingemeindung von Zazenhausen nach Stuttgart im Jahre 1933.
    Der Einschlag der Luftmine war im Bereich der heutigen Berlichingenstr. Nr.3 (zwischen dem heutigem Wohnhaus Votteler und Sperr). Die Bombardierung war ein Angriff auf die Eisenbahnbrücke, die den 2. Weltkrieg unbeschadet überstand. Die vorgesehene Sprengung der Brücke durch deutsches Militär in den letzten Kriegstagen konnte durch den engagierten Einsatz von Zazenhäuser Frauen verhindert werden.

    Stuttgart wurde im Verlauf von 53 Angriffen von ungefähr 25.000 Tonnen Bomben getroffen. Durch die Luftangriffe kamen in Stuttgart und Umgebung 4.562 Menschen ums Leben, 8.908 Menschen wurden verletzt und 85 galten als vermißt. Über die Hälfte aller Gebäude waren bei Kriegsende zerstört oder beschädigt und etwa drei Viertel der Industrieanlagen wurden zerstört.


    Stuttgarter Innenstadt, zerbombt 1945: In der Bildmitte Breuninger, dahinter das Rathaus.
    Quelle: Imperial War Museum, London

    Am 20. April 1945 war die Stadt aus drei Richtungen eingekesselt. Von Westen und Süden rückte die 1. Französische Armee an, von Norden die Amerikaner. Noch am selben Abend wurden Möhringen und Plieningen besetzt. Am 21. April rückten die Alliierten weiter vor, während sich die deutschen Truppen absetzten. So ging die Besetzung bis zum 22. April fast kampflos vonstatten. Um 11 Uhr übergab Oberbürgermeister Karl Strölin offiziell die Stadt an den französischen Kommandierenden General.

    "Gebt mir zehn Jahre Zeit und ihr werdet Deutschlands Städte nicht wieder erkennen."
    (Zitat Adolf Hitler)

    Quelle:
    "Stuttgart im zweiten Weltkrieg", Marlene P. Hiller, Bleicher Verlag Gerlingen

    Nachts, als das alte Stuttgart unterging - Luftkrieg vor 70 Jahren
    (Stuttgarter Nachrichten vom 25.07.2014 , PDF-Datei)

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  • 1954–1955 Turnverein Zazenhausen baut sein Vereinsheim mit Wirtschaftsgebäude im Brunnenrain


    Im Jahre 1954 entschloss sich der Turnverein ein Vereinsheim mit Wirtschaftsgebäude zu bauen.


    Dank vieler fleißiger Hände konnte am 30. April 1955 die Einweihung des Vereinsheimes gefeiert werden.


    Eine der letzten Aufnahmen des alten Vereinsheims (Jahr 2002)

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  • 1966: Errichtung des evangelisch-katholischen Kindergartens im Entenweg



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  • Mai 1980 - Juni 1982: Bau der neuen Eisenbahnbrücke



    Technische Infos zur neuen Eisenbahnbrücke

    Brückenlänge: 264 m
    Pfeilerabstand: 6 x 44 m (6 Öffnungen)
    Höchster Punkt (über Feuerbach): 34 m
    Höhe über Blankensteinstrasse: 28,5 m
    Stützweite der Einzelüberbauten: je 41,75 m
    Gleisabstand: 4 m
    Steigung Richtung Kornwestheim: 2,50 m = 9,541‰
    Bauart: Spannbetonhohlkasten als Einfeldträger, einzelliger Querschnitt (für beide Gleise), massive Brüstung, Schotterbett über die Brücke durchgeführt
    Gewicht pro Überbau: 1.200 t
    Schotter und Gleis pro Überbau: 400 t
    Alle Überbauten zusammen: 6 x 1.600 t = 9.600 t (bisher 1.720 t)
    Pfeilerbreite: quer 5 m, längs 3,5 m bis 4,20 m
    Pfeiler und Widerlager in Stahlbeton, teils flach, teils auf Großbohrpfählen gegründet (Pfahldurchmesser 1,20m)
    Wandstärke: 40 cm
    Fundamentplatte: 8,0 x 8,0 m, 1,5 m hoch
    Erbaut durch Firma Hochtief, Stuttgart und Oberbau durch Firma Lutz, Plochingen

    Längsschnitt

    Das Feuerbach-Viadukt - die erste Spannbeton-Talbrücke der Deutschen Bahn

    Die hauptsächlich von Güterzügen befahrene Eisenbahnstrecke von Stuttgart-Untertürkheim nach Kornwestheim überquert bei Stuttgart-Zazenhausen in rund 30 m Höhe das Feuerbachtal. Der in den Jahren 1894 bis 1896 erstellte und 1902 bis 1904 zweigleisig ausgebaute, alte Eisenbahnviadukt, eine dreifeldrige stählerne Fachwerkbrücke mit getrennten Überbauten und unmittelbarer Schienenlagerung, musste aus Altersgründen erneuert werden.
    Angesichts der hohen Auslastung der Strecke schied eine eingleisige Betriebsabwicklung während der Bauzeit aus. Eine Erneuerung in alter Trasse hätte deswegen und vor allem wegen des schlechten baulichen Zustands der Pfeiler, die bereits mit Bandagen gesichert waren, erhebliche technische Schwierigkeiten bereitet. Deshalb beschloss die Deutsche Bundesbahn (DB), unter Aufrechterhaltung des zweigleisigen Betriebs neben der alten Brücke eine neue zu errichten. Damit bot sich zugleich die Möglichkeit, die Streckengeschwindigkeit durch eine Verbesserung der Linienführung zu erhöhen und die von der Brücke ausgehenden Schallemissionen durch eine geschlossene Fahrbahn mit durchgehendem Schotterbett wesentlich zu vermindern (bis 20 dB(A) Lärmminderung).
    Aufgrund der Trassenverschiebung war es erforderlich, den Damm hinter den Widerlagern zu verbreitern, den ohnehin erneuerungsbedürftigen Haltepunkt Zazenhausen mit seinen zwei Bahnsteigen und den dazugehörigen Treppen neu zu bauen sowie eine 110-kV-Bahnstromleitung der DB zu verlegen.
    Da die neue Brücke gebaut und in Betrieb genommen werden konnte, ohne dass die alte Fachwerkbrücke baulich davon betroffen war, wurde der Abbruch der alten Überbauten getrennt vom Neubau ausge-schrieben.
    Vom Beginn der Planung über die Abwicklung des Planfeststellungsverfahrens bis zur Auftragsvergabe an das bauausführende Unternehmen vergingen 2,5 Jahre. Baubeginn war am 22.05.1980. Das erste Gleis wurde am 14.06.1982 (zur "Brückenhocketse", siehe unten), das zweite am 28.06.1982 in Betrieb genommen; die reine Bauzeit ohne Abbruch der alten Fachwerkbrücke belief sich damit auf zwei Jahre. Die Brücke wurde von der DB offiziell am 18.01.1983, der Oberbau bereits am 20.09.1982 abgenommen.
    Die Außenflächen der Überbauten werden von einem schienenfahrbaren Hydraulikgerät aus überwacht. Im Innern können die Hohlkästen auf ganzer Länge begangen und besichtigt werden. Als Zugang dienen die beiden mit einer Stahltür versehenen Endpfeiler. Über Leitern und Podeste wird die Durchstiegsluke im Pfeilerkopf erreicht. Von dort klettert man durch eine 1,00 x 1,50 m große Aussparung im Querträger in das Innere der angrenzenden Hohlkästen. Leitern und ein Podest unterhalb des Pfeilerkops sind auch in den anderen Pfeilern eingebaut, sodass alle Pfeiler im Innern besichtigt und gegebenenfalls instandgesetzt werden können. Eine gangförmige Aussparung in den Pfeilerköpfen ermöglicht das Warten und Auswechseln der Lager. Beide Widerlager haben keinen eigenen Zugang zur Auflagerbank; zu ihr gelangt man über das Innere des angrenzenden Hohlkastens.
    Ein Problem ergab sich bereits kurz nach Inbetriebnahme der neuen Brücke durch die vielen Tauben in Stuttgart, wie auch in anderen großen Städten. Der Zugang zu den Pfeilerköpfen und Hohlkästen musste durch Gitter versperrt werden.

    Lageplan des neuen Feuerbach-Viaduktes

    (gestrichelt die alte Gleislage)


    Im Vordergrund der neue Beton-Viadukt und unmittelbar dahinter der alte Stahl-Viadukt. (1982)

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