• Werkzeugfunde aus der Jungsteinzeit
    Das Steinmesser wurde 1960 bei Feldarbeiten im Gewand Sälach gefunden. Es ist ca. 3 cm lang und die Schneide noch so scharf, dass man damit Papier schneiden kann. Der verwendete "grün gefärbte Stein" zeichnet sich durch besondere Zähigkeit aus.
    Das Steinbeil wurde ca. 1965 im Gewand Mäurach gefunden. Es ist 17 cm lang und besteht aus einem "schwarz-grauen Felsstein".
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  • Keltische Funde: drei Skelettgräber mit Grabbeigaben
    Im Jahr 1900 stießen Otto und Albert Krehl beim Pflügen im Gewand Mäurach auf drei keltische Skelettgräber. Sie enthielten neben dem Skelett einer ca. 17-jährigen Frau eine Tonflasche (ca. 22 cm hoch), einen Bronze-Armring (Durchmesser ca. 7 cm) und einen Fingerring.
    Seit 1935 im Besitz der Stuttgarter Altertümersammlung.
    Keltenmuseum Eberdingen-Hochdorf (Enz)
    www.keltenmuseum.de
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  • Römische Kastelle

    Haupttor eines rekonstruierten Römerkastells
    (Saalburg, bei Homburg v.d.H. / Taunus)


Rekonstruktion eines Wachturms
des römischen Limes bei Lorch

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  • Alte römische Militärstrasse wiederentdeckt

    Zazenhausen liegt nahe der römischen Militärstraße,
    die von Mogontiacum (Mainz) über Bad Cannstatt (Kastell Altenburg)
    nach Augusta Vindelicorum (Augsburg) führte.


    Reste der alten, römischen Militärstrasse im Gewann "Hohlgrabenäcker"

    Wahrscheinlicher Verlauf der Römerstraße, Winfried Schweikart 2007

    Römerstraßen waren im Gegensatz zu den Naturwegen germanischen und keltischen Ursprungs weitgehend unabhängig von der Feuchte des Bodens passierbar. Sie bahnten sich sehr geradlinig, bei nur mäßigen Steigungen, ihren Weg durch Wälder, Ebenen und sogar mittels Brücken durchs Gebirge. Ihr technisches Erfolgsgeheimnis war der Schichtaufbau der Straßen, welcher sich aber durch die regionale Verfügbarkeit bestimmter Baumaterialien unterschied.

    Straßenbautechnik

    Für eine Römerstraße waren zur Sicherung des Grundes zunächst ggf. Rodung und Aushub nötig. Ein römischer Straßenkörper bestand aus mehreren Schichten. Als Unterbau diente gestampfter Lehm. Darüber kam eine Schicht aus groben Steinen mit Mörtel zur Verfestigung. Dann eine Schicht mit faustgroßen Kieseln und darüber kam eine weitere Schicht aus nußgroßen Kieseln in Sand verlegt. Zum Schluß kam die Fahrbahndecke mit Kopfstein-pflaster oder aus sauber gearbeiteten Steinplatten. Randsteine formten Rinnen in die Konstruktion.

    Ein solches Kopfsteinpflaster war für den Marsch, das Reiten und auch den Verkehr mit Ochsenkarren bestens geeignet.


    Unterbau aus gestampftem Lehm mit einer Schicht aus groben Steinen

    Zweck der Straßen

    Die römischen Fernstraßen wurden von Händlern, Regierungsbeamten, Soldaten und den kaiserlichen Kurieren, die Botschaften und Briefe transportierten, genutzt. Sie waren ein Netz von Verkehrswegen, welches das ganze Römische Reich umspannte. Vorrangig wurden sie aus politischen und militärischen Gründen erbaut, um Provinzen schnell und leicht erreichbar zu machen. Der darauffolgende Ausbau des Straßennetzes zu Handelszwecken verlief parallel zum Wachstum des Reiches. Bis gegen Ende des 4. Jahrhunderts vor Chr. bestanden die meisten Römerstraßen aus nicht befestigten Wegen. Erst später begann man sie zu befestigen, da sie als Heereswege die Voraussetzung für die militärische Ausdehnung des Reiches bildeten.

    Meilensteine (Milliarium)

    An den Straßen informierten sich Reisende und Kuriere an Meilensteinen, wie weit es noch bis zur nächsten Station oder Siedlung war. Die Entfernung wurde in Meilen (eine römische Meile = 1.478 m) angegeben. Auch der Name des Kaisers, der sich um den Ausbau der Straße verdient gemacht hatte, war auf solchen Steinen zu lesen.

    Auf dem römischen Straßennetz konnte die kaiserliche Post auch dank zahlreicher Relaisstationen (u.a. zum Pferdewechsel) ca. 200 km am Tag zurücklegen. Von Mainz nach Rom benötigte man zum Beispiel nur 10 Tage. Das ausgebaute Straßennetz im römischen Imperium umfasste ca. 80.000 km.

    Stand: 08/2007

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  • Funde aus der Römerzeit

    Relief der drei Matronen.
    Bis 1834 in der Wand eines Hauses eingemauert.

    Ein aufwendig und reich ausgestatteter Gutshof ("villa rustica"), welcher mindestens acht Wohn- und Wirtschaftsgebäude und außerdem ein Bad umfasste, erstreckte sich auf einem flachen Rücken über die Gewanne "Jungweingart", "Steinigen" und "Bisach":

       


    Lageplan des Gutshofes: D=Wohngebäude, F=Badegebäude

    Befund von 1757: "Die Mauern des angetroffenen Gebäudes, das aus fünf Räumen bestand, waren noch bis zu 3 m hoch erhalten. Zwei der Räume besaßen eine Fußbodenheizung (hypocaustum) und in einem stand auf zwölf Pfeilerchen ein hoher gegossener Metallkessel, in den eine breite zinnerne Rinne durch die Wand hindurch führte. Gut erhalten war auch ein Türrahmen mit Angeln... ".

    Zusätzlich werden mehrere Bild- und Inschriftensteine erwähnt, darunter ein runder Wochengötterstein, der sich heute im Römischen Lapidarium in Stuttgart befindet. In den folgenden Jahren werden immer wieder Einzelstücke geborgen.


    Bronzestatue eines stehenden Herakles mit der Keule in der Rechten
    und den Äpfeln der Hesperiden in der Linken

    Weitere interessante Einzelheiten über die Ausgrabungen im 18. und 19. Jahrhundert finden sich im Buch "1200 Jahre Zazenhausen 788-1988"

    Römisches Freilichtmuseum Hechingen-Stein, Baden-Württemberg
    www.roemischesfreilichtmuseum.de

    Römervilla Möckenlohe, Villa Rustica Nachbau in Bayern
    www.roemervilla-moeckenlohe.de

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  • Funde aus der Zeit der Alamannen

    A. Lanzenspitze, 46 cm lang, mit eingepunzten Verzierungen
    B. Durchbrochene bronzene Zierscheibe, 8,4 cm groß
    C. Porzellanschnecke (Tigermuschel des Indischen Ozeans), 7 cm groß, als Anhänger benutzt.

    1898 stieß der Landwirt Friedrich Krehl beim Abgraben seines neben dem Hause gelegenen Kellers auf eine Anzahl menschlicher Knochen und dann in einer Tiefe von 1,20 m auf ein "aus Malmsteinen gemauertes Grab 0,65 x 2,10 m, 50 cm hoch mit dem Skelett eines Mannes mit eiserner Lanzenspitze, die auf der rechten Seite des Toten lag."

    Wohl von der gleichen Stelle – es handelt sich um die Kirchäckerstraße -, stammen nicht mehr zuzuordnende Funde: eine bronzene Zierscheibe, eine Scheibenfibel, eine Bronzeschnalle und Riemenzunge, das Stück einer eisernen Gürtelschnalle, das Fragment eines Beinrings, zwei halbrunde Steine, ein Pferdezahn und eine Muschel sowie ein Sax (Kurzschwert) und eine Lanzenspitze.

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  • Die Missionierung der Germanen
    Die Missionstätigkeit der irischen und angelsächsischen Mönche ist Mitte des 8. Jahrhunderts praktisch abgeschlossen. Sie hatte im Jahre 590 mit Columban begonnen, wurde 690 durch Willibrord wiederaufgenommen und von Bonifatius um 760 zum Abschluss gebracht.
    Es entwickelte sich eine politische Frömmigkeit, in der das Frankenreich immer stärker als Schutzmacht des Papstes handelt. Die Klöster, in die immer häufiger hochgestellte Personen eintreten, sind mit Grundbesitz ausgestattet und verlangen Pacht oder Abgaben. Die Freizügigkeit der merowingischen Zeit ist den strengen Regeln des "ora et labora" (bete und arbeite) der Benediktiner-Regeln gewichen.


    5. Juni 754: Märtyrertod des hl. Bonifatius, des "Apostels der Deutschen", durch die Friesen

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  • Kloster Lorsch
    Die Anfänge Lorschs als klösterlicher Niederlassung wirken zunächst recht bescheiden: Da gründen die wichtigsten Repräsentanten einer der bekannten Familien der fränkischen Oberschicht, die Rupertiner Williswinda und ihr Sohn, Gaugraf Cancor, um 764 ein kleines Kloster, vielleicht an der Stelle eines römischen Gutshofes, der von einer Flussschlaufe der früher einmal wesentlich wasserreicheren Weschnitz inselartig eingeschlossen war.
    Den Apostelfürsten Petrus und Paulus geweiht, wurde es 764 kraft des im Frühmittelalter dazu berechtigenden Eigenkirchenrechts an einen Verwandten der Familie verschenkt, an keinen geringeren als Erzbischof Chrodegang von Metz, der in dieser Zeit der einzige Erzbischof nördlich der Alpen ist. Chrodegang, oft und zutreffend als Nachfolger des Heiligen Bonifatius bezeichnet, entsandte die ersten Mönche nach Lorsch – sie kamen aus seiner Gründung Gorze, also aus dem westlichen Frankenreich, und standen von Anfang an unter der Führung seines Bruders Gundeland. Spätestens im Moment der Übereignung des Klösterchens an Chrodegang rückt Lorsch plötzlich ins Rampenlicht der „großen“ Geschichte, wird Bestandteil eines von Chrodegang ausgehenden Programms – und vor allem: es erhält Reliquien, die Chrodegang aus Rom bekommen hatte, Reliquien des Märtyrerheiligen Nazarius.


    Kloster Lorsch um 1615, wie Matthäus Merian es sah (kolorierter Kupferstich)

    Kloster Lorsch, Weltkulturerbe der UNESCO
    kloster-lorsch.de

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  • Entstehung der Orte mit der Endung "hausen"
    Es besteht die Vermutung, dass nicht landwirtschaftliche, sondern in erster Linie militärische Überlegungen den Standort dieser Siedlungen im Stuttgarter Norden bestimmt haben.
    Die "hausen"-Orte bezeugen, dass sie alle an Straßen lagen, die auf das römische Kastell Altenburg zuführten, d.h. durchweg an römischen oder von den Römern begangenen Straßen. Die Orte sind nach einer einheitlichen Planung entstanden und auch auf einer Karte des römischen Straßennetzes zu erkennen.

    So sind die Orte meist in einem Bogen, einem Halb- oder Vollkreis angeordnet. Die Standorte ziehen sich in allen Fällen um eine Burg oder einen Ort, der den Ortsnamen mit dem Bestandteil "Burg" führt. Zuffenhausen, Zazenhausen, Mühlhausen und Viesenhausen erscheinen bogenförmig (im Halbkreis) um den Berg des Burgholzes herum angelegt und deckten damit die wichtigsten Zugangsstraßen zur Altenburg (Bad Cannstatt, "Altenburger Steige").

    Die "hausen"-Orte sichern nur die Zugänge vom Strohgäu, vom Langen Feld und vom Remstal. Diese Flanke von West, Nordwest bis Nord war zugleich die Grenze des Stammesgebietes und des Stammesherzogtums der Alamannen. Cannstatt bildete um 496 n. Chr. den nördlichsten Punkt der schwäbischen Alamannen gegen die Franken.

    Am ehesten können die "hausen"-Orte während der Zeit entstanden sein, in der an dieser Grenze Alamannen und Ostgoten einerseits, sowie Franken andererseits aufeinanderstießen. So gesehen, möchte man die Anfänge der Orte mit der Endung "hausen" etwa auf die Zeit zwischen den Jahren 496 und 536 datieren; sicher ist indessen nur, dass sie ums Jahr 600 bestanden.

    Der Ortsname "Zazenhausen" könnte in dieser Zeit seinen Ursprung gefunden haben: Der alemannische Sippenführer Azo siedelte sich mit seinem Gefolge am Ufer des früheren Biberbachs (heute: Feuerbach) an. Aus dem alemannischen »z'Azehause«, das heißt »zu Azenhausen«, entwickelte sich später der Ortsname Zazenhausen. (Für diesen Hinweis vielen Dank an Dr. Wolfgang Wulz).

    Aus "Geschichte der Stadt Stuttgart" (Band 1),
    Hansmartin Decker-Hauff

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  • Die Nazariuskapelle weist den jungen Ort Zazenhausen in der Karolingerzeit (751-911, Karolinger: fränkisches Hausmeier- und Königsgeschlecht) eine Bedeutung zu, die er indes nicht zu behaupten vermochte. Das 789 erstmals genannte Gotteshaus hatte in späteren Jahrhunderten den Charakter einer Filialkirche; es gehörte zum Sprengel (Kirchspiel, Bezirk) der Martinskirche in Kornwestheim.


    Aussehen, Größe und Gestalt der alten Kapelle sind bis dato unbekannt. Berechnungen ergaben, dass die Kapelle nur ungefähr ein Drittel so groß war wie die heutige Kirche. Ursprünglich war die Kapelle vielleicht ein Bau aus Holz mit Fach- und Flechtwerk sowie einem strohgedeckten Dach.

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